Beards make faces - Was dein Bart aussagt

Die Huffington Post USA veröffentlichte Anfang September Zwanzigfünfzehn einen spannenden Artikel thematisch irgendwo zwischen Gossip und Wissenschaft mit dem Titel “What A Man's Facial Hair Says About Him, According To A Beard Scholar“.

Ein echter Knüller. Die Journalistin Dana Oliver, selbsternannte Bartliebhaberin, unterhielt sich mit Allan D. Peterkin, Physiker, Autor, Universitätsprofessor und renommierter Bartexperte, über Bartstile und das was sie aussagen.
Bartshampoo gegen Haarshampoo
Und weil der Artikel und die Arbeit von Mr. Peterkin so unglaublich unglaublich sind, wärme ich den Artikel für euch auf und würze ihn mit einer Prise pflegeratgeber-Charme.

Vollbart 

Der Vollbart strahlt Intelligenz, Bildung und Ruhe aus. Historisch und religiös verknüpft mit großen Lehrern, Wissenschaftlern und den biblischen Jesus und Moses gestehen wir dem Vollbart bewusst und unterbewusst wertige Attribute zu. Mr. Peterkin sagt dieser Barttypus wäre etwas altmodisch. Aber altmodische Dinge sind gerade im Trend, darum sieht man ihn häufig auf der Straße - auch bei jungen Kerlen. Retro ist das Zauberwort. Und wenn George Clooney ihn rocken darf - warum nicht?

Komischerweise war meine erste Assoziation mit dem Vollbart Hans. Hans ist ein obdachloser Globetrotter aus unserer Stadt. Er trägt vermutlich eher unfreiwillig den Vollbart. Sieht auch jetzt nicht so geil aus. Hans, nehm es mir bitte nicht übel - aber Männer seid kein Hans. Wenn Vollbart dann gepflegt bitte. Das ist wichtig. Echt jetzt. Danke.

Kotletten

Kotletten sind etwas für die Stimmungskanonen unter euch.
Sie werden als verspielter Look gewertet, so Mr. Allan D. Peterkin. Er sieht den Stil bei Studenten und Hipstern in Brooklyn, USA. Hierzulande haben sich die Kotletten noch nicht so arg durchgesetzt. Generell würde mich mal interessieren anhand welcher Studie er seine Aussage belegen möchte. Seine Assoziation zu Kotletten ist Elvis, meine dagegen Wolverine und der ist ja bekanntlich jetzt nicht so der witzige Typ. Aber naja.

Der Moustache oder auch Schnurrbart.

Der Schnurrbart oder auch Pornobalken hat dank der glorreichen Siebziger Jahre seinen Stempel weg. Missbraucht von der Pornoindustrie, später geliehen von der Gay-Community ist dieser Barttyp für den heterosexuellen Mann, der nicht gerade in der schillernden Liebesindustrie arbeitet, ungünstigerweise mit einem gewissen Image aufgeladen. Daher braucht der heutige Schnurrbartträger eins Chuzpe. Mr. Peterkin spricht dem jungen Schnurrbartträger viel Selbstvertrauen zu. Express yourself!

Glattrasur

Adrette Männer tragen eine Glattrasur. Und die glatt rasierten Kerle kriegen die Frauen. So behauptet zumindest eine Studie, die Frauen Bewertungen für gleiche Männergesichter mit und ohne Bart abgeben lies. Die Wissenschaftler begründen dieses Phänomen mit Neotenie - kurz Frauen schätzen kindliche Merkmale. Für mich persönlich graue Theorie: Wenn du ein Lamm mit einem Stier in den Ring stellst gewinnt das Lamm vielleicht die Sympathie, aber der Stier sicher den Kampf, oder? Mr. Peterkin sieht in der Glattrasur übrigens den neuen Trend in puncto Gesichtsbehaarung - mal sehen ob er Recht behält.

Unterlippenbart

Was unterscheidet einen Beatnik und einen Hippie der Sechziger? Bestimmt nicht der Unterlippenbart. Ein etwas antiquierter Look, den häufig Männer tragen sollen, die in der Zeit hängengeblieben sind oder netter gesagt, deren Mantra Retro ist. Laut Peterkin handelt es sich hierbei um unkonventionelle und durchaus offene Typen.

Zwirbenbart

Der Zwirbelbart wirkt etwas kokett, wirbt aber durchaus für eine angenehme Persönlichkeit. Man fühlt zurückversetzt in die Zeiten von Dixieland, Barbershop Quartetts, Gentlemantum und schnittigen Anzügen. Der moderne Zwirbelbartträger beweist Stil, Etikette aber auch viel Charme und Witz. Unter die prominenten Träger befanden sich unter anderem David Beckham und Johnny Depp. Also “Why not Ms. Sophie?”.

Walrossbart

Eine sehr klare Aussage hat der Walrossbart denn diesen trägt eigentlich wirklich niemand außer Biker, das NDR-Walross Antje (R.I.P.) und Hulk Hogan. Er steht für Kraft und Rebellion, verleiht einem aber nicht zwingend dieses Image. Als Typ mit einsechzig Körpergröße und einem Gewicht von fünfundfünfzig Kilo siehst du damit einfach nur wie ein Horst aus. Ich spiele einfach mal Stilpolizei: Überlass das einfach dem Hulkster.

Kinnbart

Kinnbärte sind akkurat. So akkurat das Allen D. Peterkin darin ein Schrei nach Beachtung, Lob und Aufmerksamkeit erkennen mag. Diese Wertung finde ich nicht fair. Ich glaube Kinnbartträger mögen klare Strukturen und wollen Ihr Gesicht nicht komplett hinter Barthaar verstecken. Ohne einen Professorentitel würde ich einfach die These aufstellen: Kinnbartträger sind geradlinig, legen wert auf eine gute Optik und verstecken Ihr Gesicht nicht. Nimm das Peterkin! Außerdem trug Fifty alias 50 Cent lange diesen Style - und der ist Gangster. Besser nicht fronten, sonst frontet er irgendwann zurück.

Dreitage Bart

Die Königsdisziplin Dreitage Bart kommt bei unserem Bartprofessor ohne tiefere Interpretation davon. Er sieht darin einen aktuell sehr starken Trend für jung und alt. Ich sehe darin einen Appell an die Männlichkeit. Der den Dreitage Bart trägt weiß wer er ist, braucht keine Gimmicks und steht für sich selbst. Optik ist ihm wichtig, aber nicht alles. Der Look ist universell, kann verwegen, smooth, streng und sportlich wirken. Passt zum Anzug, passt zur Jeans, passt sogar zum Fussballtrikot. Wichtig ist nur, dass wir auch bei diesem Wohlfühlbart - übrigens laut Studie der beliebteste Barttyp unter Frauen - ein Auge auf die richtige Pflege werfen. Bartöle und regelmäßiges Trimmen machen deinen Bart perfekt.